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„Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz"
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Mt 6.21 - Monatsspruch Juli 2011
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Das
sagt Jesus. Aber was ist ein Schatz? Darüber werden wir ganz
verschiedener Meinung sein. Es ist das, was mir, und zwar nur mir, ganz
wertvoll erscheint. Ich sehe das bei Kindern und erinnere mich an meine
Kindheit. Was kann da alles zum Schatz werden von außerordentlichem,
unerklärlichem Wert? Ein Stück Baumrinde zum Beispiel, ist vielleicht
ein Schiff, das auf dem Teich auf große Fahrt gehen würde.
Erwachsene nehmen das Sammeln von Schätzen ernster, manch einer ist mit
nichts anderem beschäftigt, als Schätzen nachzujagen, sie aufzuhäufen,
anzulegen, zu kaufen, zu halten, zu verkaufen, schon frühmorgens beim
Frühstück die Tokyoter Börse zu verfolgen und abends mit dem Dow Jones
aufzuhören. Im Grunde wissen wir aber, auf welch unsicherem Boden
solche Schätze gegründet sind. Jesus sagt: Ihr sollt euch nicht Schätze
sammeln auf Erden, wo sie die Motten und der Rost fressen und wo die
Diebe einbrechen und stehlen. Sammelt euch aber Schätze im Himmel, wo
sie weder Motten noch Rost fressen und wo die Diebe nicht einbrechen
und stehlen. Denn wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Das
betrifft Sie nicht? In einer Zeitschrift finde ich dazu folgende
Fakten: „Falls sich in deinem Kühlschrank Essen befindet, du angezogen
bist, ein Dach über dem Kopf hast und ein Bett zum Hinlegen, bist du
reicher als 75 % der Einwohner dieser Welt. Falls du ein Konto bei der
Bank hast, etwas Geld im Portemonnaie und etwas Kleingeld in einer
Schachtel, gehörst du zu den 8 % wohlhabenden Menschen dieser Erde.“
(Publik-Forum)
Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz – es kommt also auf den
„richtigen“ Schatz an, wenn unser Herz nicht irregehen soll. Vielleicht
sind unsere Schätze heute gegen Mottenfraß besser geschützt als zu
seiner Zeit, auch Rost kann ihnen vielleicht nichts anhaben, aber
vor Dieben haben wir, die wir Schätze angehäuft haben, immer noch
Angst. Je mehr wir gesammelt haben, umso größer unsere Angst vor
Verlust. Je mehr wir unsere Zukunftssicherung auf solche Schätze
gründen, desto größer ist die Unsicherheit, desto größer ist das
Bedürfnis, sich gegen Verluste abzusichern. Und je mehr wir uns auf das
„Schätzesammeln“ konzentrieren, desto größer scheint unsere
Unzufriedenheit zu werden mit dem, was wir bereits haben, und wir
trachten danach, es zu vermehren. Die Folgen unseres Sammelns und
Aufhäufens können wir, wenn wir es denn sehen wollen, am Zustand
unserer Welt ablesen.
Ich weiß kein Rezept, aber eine Geschichte – Leo Lionni erzählt sie von der Maus Frederick:
Fünf Feldmäuse sammeln Wintervorräte in der Nähe eines Kornspeichers,
Nüsse, Körner Weizen und Stroh für die lange Winterzeit. Aber
eigentlich sammeln nur vier Feldmäuse. Frederick sitzt scheinbar
tatenlos herum. Auf die Frage der anderen erklärt er ihnen, auch er
sammle – Sonnenstrahlen für die kalten, dunklen Wintertage, Farben für
den grauen Winter, und schließlich Wörter für die langen Abende im
Winter, wo sie sich sonst nichts zu erzählen hätten. Und im Winter
haben dann alle Mäuse etwas von seinen besonderen Vorräten. Frederick
schickt ihnen Sonnenstrahlen in die kalte Höhle, er erzählt ihnen von
Farben und bringt Abwechslung in ihren grauen Alltag, und er dichtet
für sie, was sie alle entzückt.
Kein Rezept, aber vielleicht eine Anregung, die wir in diesem Sommer
einfach einmal ausprobieren? Ich wünsche Ihnen einen wundervollen
Sommer voller Schätze.
Pastor Jasper Burmester
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