Dieser Text stammt aus unserem aktuellen Gemeindebrief
“Kirche in Volksdorf”


„Siehe da: euer Gott ... er selbst kommt und wird euch helfen.“
Das Jahr spaziert gemächlich seinem Ende entgegen. Das muss so sein, denn das neue Jahr wartet schon, setzt seine Füße schon in die Startlöcher.
Es wartet mit seinen leeren Seiten, legt sich schon lockende Versprechen zurecht, die es gar nicht einhalten kann, und nährt die Hoffnung auf bessere, friedlichere Zeiten.
Das neue Jahr wartet und wir warten auch. Zunächst warten wir wie jedes Jahr um
diese Zeit in der adventlichen Zeit auf
Weihnachten. Es ist uns nicht wirklich
anzumerken, dass wir eigentlich warten.
Überall ist eher eine zunehmende Geschäftigkeit zu spüren. Wenn man im Internet den Begriff Weihnachtsstress eingibt, kommen über 36 000 Aufrufe. Außerdem gibt es in fast allen Medien und Ratgebern Tipps, wie diese Zeit so stressfrei wie möglich verbracht werden kann.
Man soll keine großen Familienessen mehr organisieren, sondern Treffen, wo alle etwas dazu beisteuern, keine teuren Geschenke kaufen, sondern lieber kleine, besonders individuell ausgesuchte, die das Herz
berühren, sich nicht über die Meinungen der Verwandten aufregen, sondern gelassen
bleiben. „Stellt euch vor, Weihnachten würde es nicht geben, was würde euch fehlen?“, habe ich die Schülerinnen und Schüler im Ethikunterricht in Berlin gefragt. Leichtes Entsetzen löste das aus, allerdings nur
bezüglich der Geschenke, die dann ausfallen würden.
Der weihnachtliche Gottesdienst war nur etwa für 5 von 34 Jugendlichen eine Option und einer behauptete ernsthaft, bevor ich inhaltlich darauf eingegangen war, dass Weihnachten von Coca Cola erfunden wurde. Was würde uns fehlen? Auf meine nicht repräsentative Umfrage habe ich sehr persönliche Antworten bekommen. „Ich brauche den Advent als Anstoß, mich zu besinnen, wirklich zu mir zu kommen und innezuhalten“, sagte mir eine Frau. Eine andere erzählte, dass sie sich besonders in der Vorweihnachtszeit bewusst macht, wie gut es ihr geht, und mehr als sonst darauf schaut, was sie für andere tun kann.
Häufig wurden die berührenden adventlichen Symbole als unverzichtbar benannt wie Licht und Schatten, Sterne und diverse Düfte, die an Kindheit und an gemütliches Miteinander erinnern. Dass sich die Familie trifft, wurde in vielen Gesprächen, die ich auch in der Schule geführt habe, als das Allerwichtigste bezeichnet.
Ein Mann, der vor kurzem seine Frau
verloren hatte, meinte: „Dem emotionalen Sog der Weihnachtszeit kann man sich nur schwer verschließen, viele, die allein sind oder unter dem Verlust eines vertrauten Menschen leiden, haben große Angst vor dieser Zeit und ich wäre froh, wenn sie schon vorbei wäre, aber sie ist für mich auch ein Symbol für den Neuanfang, für das
Weitergehen, für Veränderung“.
So unterschiedlich wird diese Zeit
empfunden. Der Prophet Jesaja verspricht: „Siehe da, euer Gott ...er selbst kommt und wird euch helfen.“ Gott erscheint im
kritischen Moment -- Gott taucht auf in Form eines Auswegs, einer guten Idee, einer Neuorientierung, ein andermal, in einem entscheidenden Moment, indem er Dinge erleichtert. In der Bibel heißt es häufig, wenn es um neue Wege geht: Und Gott tat das Herz auf. Neuanfänge geschehen im Herzen. Im Buch der Sprüche heißt es: Aus dem Herzen quillt das Leben.
Advent kann eine Zeit sein, aus der
Lebendigkeit hervorquillt, die hilft, zur Ruhe zu kommen, sich zu besinnen und wieder neu zu orientieren. Manchmal ist es ein großer Schritt, herauszutreten aus dem Gewohnten, ist es ein Wagnis, dem anderen sein Anderssein zu verzeihen und neu miteinander zu beginnen. Lange kann es leichter fallen, sich zu sagen, es geht doch, ich habe meine Meinung, ich komme zurecht. Den Philosophen Seneca zitiere ich da gerne, wenn er meint: „Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, weil wir es nicht wagen, ist es schwer.“
Ich wünsche uns allen in diesem Sinn eine besinnliche Zeit und ein offenes Herz, um neue, befreiende Schritte zu wagen und Gott zu spüren in dem, was uns begegnet.

Ihre Pastorin Cornelia Gentzsch
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