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„Die Welt ist mir ein Lachen
mit ihrem großen Zorn.“
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Osterlachen
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Protestleute
gegen den Tod – so hat der Theopoet Kurt Marti die Haltung von
Christenmenschen beschrieben. Ostern ist ein widerständiges Fest, an
dem wir den Aufstand gegen die scheinbare Allmacht des Todes feiern.
Nicht einmal der Tod ist
mehr sicher. Auferstehung ereignet sich gerade dort, wo man nichts mehr
erwartet, sich ins Unabänderliche schickt: Das war`s.
Schluss! Ende! Vorbei!
An Ostern bringt Gott die versteinerten Verhältnisse zum Tanzen. Der
Leben schaffende Gott lacht über den Tod und führt ihn mit seinem
Lachen ad absurdum. Wir dürfen mitlachen darüber, dass der Tod seine
vernichtende Macht über unser Leben verloren hat. Tod, wo ist dein
Sieg, Tod, wo ist dein Stachel? Mit diesen Sätzen verspotten Christen
den Tod, weil sie seit Ostern wissen:
Der Tod hat nicht das letzte Wort.
Das Lachen nimmt einer Sache ihren Schrecken, darum reagieren alle
Diktatoren so humorlos und mit harten Strafen. Mit einem Witz kann die
Machtfrage gestellt werden. Eine Anekdote berichtet, dass der Kommunist
Karl Radek auf einem internationalen Kongress hört, wie ein Genosse
den Ausdruck »Gott sei Dank« benutzt. Er berichtigt den Mann: »Das
heißt nun: ‚Stalin sei Dank‘.« »Doch was sagt man, wenn Stalin
stirbt?«, will der andere wissen. »Ach, dann sagt man natürlich: Gott
sei Dank.« Solch ein Witz kann einen teuer zu stehen kommen.
Heute lachen wir selten in der Kirche. Ist uns das Lachen vergangen?
Können wir noch glauben, was unsere Mütter und Väter gesungen haben:
Die Welt ist mir ein Lachen mit ihrem großen Zorn. (EG 112, 5)
Tot-lachen sollten wir uns nicht und auch nicht Trauernde mit
unangebrachten Witzeleien verletzen, aber doch Humor als Schwester des
Glaubens ansehen.
Nur der, der um die Ewigkeit weiß, hat rechten Humor. Wenn wir den
Blick auf die Auferstehung verlieren, kann es geschehen, dass wir im
Leben all die Vorläufigkeiten viel zu ernst nehmen: „Das Geheimnis
meiner Gesundheit“, erzählt eine ältere
Dame, „besteht darin, dass ich sehr viel Knoblauch esse.“ Ein Zuhörer
antwortet lächelnd: „Ein Geheimnis ist das nun gerade nicht.“
Wir erleben schmerzhaft, dass wir in unserem Leben die
reine Osterfreude nur selten erleben. Der Schmerz des Karfreitags hängt
immer noch nach. Auch wenn uns Leiden nach Ostern immer noch nicht
erspart bleibt, können wir es mit unserer Osterhoffnung halten wie
Maxim Gorki: Dass wir Zauberer sein können, die in den vergifteten
Brunnen der Traurigkeit einen Tropfen, nur einen einzigen Tropfen vom
lebendigen Wasser des Lachens hineingießenund diesen Brunnen dadurch
zum Kraft und Leben spendenden Heilquell
machen können.
Ostern macht Mut, gerade dann, wenn wir scheinbar nichts mehr zu lachen
haben, uns Gott es Lachen schenken zu lassen: Glückselig seid ihr, die
ihr jetzt weint. Denn ihr werdet lachen. (Lk. 6, 21b)
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen frohe
Ostern!
Pastor Claus-F. Dierking |
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