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Mit
gespannter Neugier bestieg die kleine Gruppe der Senioren an diesem
trüben und kühlen Samstagmorgen den Bus, der uns zu dem einzigen
europäischen Küchenmuseum nach Hannover bringen sollte.
„World
of Kitchen“
nennt sich das seit 2 Jahren geplante und in diesem Frühjahr
eröffnete Museum; – Welt der Küchen vom Altertum bis zur Moderne.
„Erste und größte Museumsausstellung verschiedener
Küchen-Kulturen dieser Welt“ titelte eine Zeitung bei der
Eröffnung der Sammlung:
„World
of Kitchen“ ist in den Räumen einer ehemaligen Großdruckerei
entstanden. Über 10 000 Exponate auf 1500 m² Ausstellungsfläche
wollen bei einer Führung von ca. 90 Minuten betrachtet werden. Die
kompletten Küchenausstattungen verschiedener Epochen, Länder (z.
B. aus Holland in Delfter Blau und der Schweiz aus massivem
Lerchenholz gefertigt) und aus Ost (DDR) und West wurden von uns
bestaunt. – Bei der Betrachtung der Rauchfangküche aus dem
ausgehenden Mittelalter wurden wir z. B. an die Sprichworte „ins
Fettnäpfchen treten“ und „einen Zahn zulegen“ erinnert; und
bei den Trends der 50er bis 70er Jahre hörte man manches … „ach
ja…“, sich an damals erinnernd. Die Einrichtungen zeigen aber
auch gleichzeitig ein Stück Technikgeschichte. –
Im
„maurischen Palast“ befindet sich ein Gewürzstand, an dem wir
die verschiedensten Gewürze ansehen, anfassen und auch probieren
konnten. Auf dem Rundgang bekamen wir, passend zu den Küchen, kleine
Kostproben (Gebäck, Früchte, Käsehäppchen) zu naschen.
Verschiedene
Leihgaben ergänzen die Sammlung, wie z. B. 30 Puppenstubenküchen
einer Sammlerin und ein 1927 in Eisenach gefertigtes Esszimmer,
welches 1928 mit einer Auswandererfamilie nach Argentinien umzog und
2001 wieder nach Deutschland zurückkam. Präsentiert werden auch das
entsprechende Tafelsilber und Porzellan wie auch ein im Stil einer
englischen Adelsfamilie gestaltetes Speisezimmer, zu dem auch ein
belüfteter Vogelkäfig aus Glas gehört.
In
einer Schulküche sollen Kinder die Zubereitung einfacher Gerichte
mit frischen Zutaten lernen. – Die Bibliothek mit alten und neuen
Kochbüchern mit vielen tausend Rezepten lädt zum Stöbern ein. –
Die Einrichtung des Museumsshops stammt aus einer alten Hannoveraner
Apotheke.
Nach
beendetem Rundgang konnten wir uns in dem zum Museum gehörenden
Schloß-Caf’é an einem reichhaltigen Mittags-Buffet stärken,
bevor wir zu unserem weiteren Ziel, der kleinen Heidekirche in
Egestorf aufbrachen. – Die Fahrt dorthin verging mit fröhlichem
Gesang mit Gitarrenbegleitung von Frau Adachi recht schnell.
Eine
Dame aus dem Kirchenvorstand der St. Stephanus-Gemeinde, die
ehrenamtlich die Kirchenführungen wahrnimmt, erwartete uns schon
vor der Kirche. Sie führte uns aber zuerst zu der nur wenige Meter
von der Kirche entfernt aufgestellten Pastor-Bode-Büste. Der
Heidepastor Wilhelm Bode hat 37 Jahre in Egestorf gewirkt. Hilfe
bedeutete für ihn Hilfe zur Selbsthilfe. Er gründete u. a. die
erste dörfliche Genossenschaftskasse im ganzen Lüneburger Land.
Durch seine Ausdauer in langen mühseligen Verhandlungen gelang der
Erwerb des Wilseder Berges und des Totengrundes als Grundstock für
den Naturschutzpark. Auch sorgte er für die erste zentrale
Wasserversorgung in Egestorf.
Die
St. Stephanus-Kirche liegt in der Mitte des Ortes, malerisch von
Lindenbäumen umgeben. Eine Kirche an dieser Stelle wurde 1337 zum
ersten Mal erwähnt. 1419 wurde eine neue Kirche gebaut. Der weitere
Neubau der Kirche von 1645 war ein Fachwerkbau auf einem
Feldsteinsockel wie wir sie noch heute sehen. Der abseits stehende
massive hölzerne Glockenturm erinnert an die nordischen Stabkirchen.
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Besondere
Sehenswürdigkeiten in der Kirche sind der Altaraufsatz von 1649, die
Kanzel von 1616, Gemälde mit Gestalten des Alten Testaments (um
1650) sowie die Furtwängler-Orgel von 1867.
Eine
kleine Andacht, die Pastor Hübner hielt, stand unter der Thematik:
Geduld und Hoffnung – beides gerade für uns Senioren wichtig!
Anschließend
konnten wir uns noch bei Torte, Kaffee oder Tee im Gasthaus „Acht
Linden“ stärken, bevor wir die Rückfahrt in den schon dunklen
Abend antraten. Wohlbehalten waren wir gegen 20.00 Uhr in Volksdorf
zurück. Zufrieden waren alle Teilnehmer/Innen , denn an diesem Tag
wurden sicher manche Erinnerungen geweckt und einiges Neue erfahren.
Wir
können Frau Biel und Frau Adachi dankbar sein, dass sie diesen
schönen Tag für uns organisiert haben!
Irmgard
Baum
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