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Seniorenausfahrt 2010

nach Hanover in das

Küchenmuseum

am 16.10.2010

Ein Bericht

Mit gespannter Neugier bestieg die kleine Gruppe der Senioren an diesem trüben und kühlen Samstagmorgen den Bus, der uns zu dem einzigen europäischen Küchenmuseum nach Hannover bringen sollte.

World of Kitchen“ nennt sich das seit 2 Jahren geplante und in diesem Frühjahr eröffnete Museum; – Welt der Küchen vom Altertum bis zur Moderne. „Erste und größte Museumsausstellung verschiedener Küchen-Kulturen dieser Welt“ titelte eine Zeitung bei der Eröffnung der Sammlung:

World of Kitchen“ ist in den Räumen einer ehemaligen Großdruckerei entstanden. Über 10 000 Exponate auf 1500 m² Ausstellungsfläche wollen bei einer Führung von ca. 90 Minuten betrachtet werden. Die kompletten Küchenausstattungen verschiedener Epochen, Länder (z. B. aus Holland in Delfter Blau und der Schweiz aus massivem Lerchenholz gefertigt) und aus Ost (DDR) und West wurden von uns bestaunt. – Bei der Betrachtung der Rauchfangküche aus dem ausgehenden Mittelalter wurden wir z. B. an die Sprichworte „ins Fettnäpfchen treten“ und „einen Zahn zulegen“ erinnert; und bei den Trends der 50er bis 70er Jahre hörte man manches … „ach ja…“, sich an damals erinnernd. Die Einrichtungen zeigen aber auch gleichzeitig ein Stück Technikgeschichte. –

Im „maurischen Palast“ befindet sich ein Gewürzstand, an dem wir die verschiedensten Gewürze ansehen, anfassen und auch probieren konnten. Auf dem Rundgang bekamen wir, passend zu den Küchen, kleine Kostproben (Gebäck, Früchte, Käsehäppchen) zu naschen.

Verschiedene Leihgaben ergänzen die Sammlung, wie z. B. 30 Puppenstubenküchen einer Sammlerin und ein 1927 in Eisenach gefertigtes Esszimmer, welches 1928 mit einer Auswandererfamilie nach Argentinien umzog und 2001 wieder nach Deutschland zurückkam. Präsentiert werden auch das entsprechende Tafelsilber und Porzellan wie auch ein im Stil einer englischen Adelsfamilie gestaltetes Speisezimmer, zu dem auch ein belüfteter Vogelkäfig aus Glas gehört.

In einer Schulküche sollen Kinder die Zubereitung einfacher Gerichte mit frischen Zutaten lernen. – Die Bibliothek mit alten und neuen Kochbüchern mit vielen tausend Rezepten lädt zum Stöbern ein. – Die Einrichtung des Museumsshops stammt aus einer alten Hannoveraner Apotheke.

Nach beendetem Rundgang konnten wir uns in dem zum Museum gehörenden Schloß-Caf’é an einem reichhaltigen Mittags-Buffet stärken, bevor wir zu unserem weiteren Ziel, der kleinen Heidekirche in Egestorf aufbrachen. – Die Fahrt dorthin verging mit fröhlichem Gesang mit Gitarrenbegleitung von Frau Adachi recht schnell.


Eine Dame aus dem Kirchenvorstand der St. Stephanus-Gemeinde, die ehrenamtlich die Kirchenführungen wahrnimmt, erwartete uns schon vor der Kirche. Sie führte uns aber zuerst zu der nur wenige Meter von der Kirche entfernt aufgestellten Pastor-Bode-Büste. Der Heidepastor Wilhelm Bode hat 37 Jahre in Egestorf gewirkt. Hilfe bedeutete für ihn Hilfe zur Selbsthilfe. Er gründete u. a. die erste dörfliche Genossenschaftskasse im ganzen Lüneburger Land. Durch seine Ausdauer in langen mühseligen Verhandlungen gelang der Erwerb des Wilseder Berges und des Totengrundes als Grundstock für den Naturschutzpark. Auch sorgte er für die erste zentrale Wasserversorgung in Egestorf.

Die St. Stephanus-Kirche liegt in der Mitte des Ortes, malerisch von Lindenbäumen umgeben. Eine Kirche an dieser Stelle wurde 1337 zum ersten Mal erwähnt. 1419 wurde eine neue Kirche gebaut. Der weitere Neubau der Kirche von 1645 war ein Fachwerkbau auf einem Feldsteinsockel wie wir sie noch heute sehen. Der abseits stehende massive hölzerne Glockenturm erinnert an die nordischen Stabkirchen. –

Besondere Sehenswürdigkeiten in der Kirche sind der Altaraufsatz von 1649, die Kanzel von 1616, Gemälde mit Gestalten des Alten Testaments (um 1650) sowie die Furtwängler-Orgel von 1867.

Eine kleine Andacht, die Pastor Hübner hielt, stand unter der Thematik: Geduld und Hoffnung – beides gerade für uns Senioren wichtig!

Anschließend konnten wir uns noch bei Torte, Kaffee oder Tee im Gasthaus „Acht Linden“ stärken, bevor wir die Rückfahrt in den schon dunklen Abend antraten. Wohlbehalten waren wir gegen 20.00 Uhr in Volksdorf zurück. Zufrieden waren alle Teilnehmer/Innen , denn an diesem Tag wurden sicher manche Erinnerungen geweckt und einiges Neue erfahren.


Wir können Frau Biel und Frau Adachi dankbar sein, dass sie diesen schönen Tag für uns organisiert haben!

Irmgard Baum

Senioren unterwegs

Kirchturm_Egestorf